Erfahrungsberichte von Patienten

Berichte von Patienten und Angehörigen zu Therapie, Behandlung und dem Leben mit der Diagnose Multiples Myelom.

Erfahrungsberichte

Plasmozytom / Multiples Myelom - Die Krankheit

Multiples Myelom ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, diese befinden sich im Knochenmark.

Pro 100.000 Einwohner werden pro Jahr 4 Neuerkrankungen diagnostiziert.

Erklärung Plasmozytom / Multipes Myelom

Gesunde Plasmazellen produzieren Antikörper (= Immunglobuline), die für unser Abwehrsystem notwendig sind. Eine kranke Plasmazelle hingegen produziert entartete Antikörper, die Paraproteine genannt werden. Diese entstehen aus meist einer einzigen bösartigen Plasmazelle ( = KLON). Im Labor kann man diese Paraproteine im Blut und/oder Harn feststellen, sie werden als M (= monoklonal) Gradient bezeichnet.

Bei Fortschreiten der Erkrankung werden die normalen Blutzellen verdrängt. Das bedeutet eine Blutarmut (Anämie) durch zuwenig rote Blutkörperchen, eine erhöhte Infektanfälligkeit bei zuwenig weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und eine Blutungsneigung bei zuwenig Thrombozyten (Thrombopenie).

Jederzeit kann auch eine Mitbeteiligung der Niere auftreten. Das heißt, die Nierenkanälchen können durch die Ausscheidung der Paraproteine geschädigt werden und zu einer verminderten Arbeitsleistung der Nieren führen (Niereninsuffizienz). Die kranken Plasmazellen bilden außerdem bestimmte Substanzen, die knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) aktivieren und zur Ausdünnung (Osteoporose) der Knochen führen kann. Besonders betroffen sind die Wirbelsäule, Beckenknochen, Rippen und Schädel. Die Folgen können Schmerzen und Brüche sein.

Die Knochen sind sehr calciumreich, das heißt: bei Auflösen (Osteolysen) des Knochens wird Calcium frei und der Calciumspiegel im Blut steigt an. Dies wiederum kann zu Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Nierenschäden bis Nierenversagen führen.

Ein Plasmozytom / multiples Myelom kann über lange Zeit ohne Krankheitszeichen verlaufen. Die oben beschriebenen Auswirkungen treten oft erst nach längerem Krankheitsverlauf auf.