Fatigue - Erschöpfung bei Krebs
| Autorin | Dr. Kathrin Strasser-Weippl 1.Medizinische Abteilung – Zentrum für Onkologie und Hämatologie Wilhelminenspital Wien |
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Häufigkeit des Auftretens
bei Tumorerkrankungen tritt Fatigue bei ca. 30 % der Patienten täglich auf.
80-100 % der Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, leiden im Lauf der Behandlung unter Fatigue, Stärke und Dauer abhängig von der Intensität der Chemotherapie.
50 % der Patienten sprechen dieses Problem aber nicht an, weil sie es für eine normale, fast notwendige Folge der Behandlung halten und irrtümlich annehmen, dass nichts dagegen unternommen werden kann. Daher werden (gemäß amerikanischer) Studie weniger als 1/3 der Patienten für Fatigue behandelt.
Patienten mit Blutarmut – Anämie - definiert durch einen niedrigen Hämoglobin (Hb) -Wert im Blutbild (= roter Blutfarbstoff in den Blutkörperchen im Blut) leiden mit größerer Wahrscheinlichkeit an Fatigue als Patienten, deren Hb und Eisenwerte innerhalb der Norm liegen.
Anämie = Mangel an roten Blutkörperchen; Thrombopenie = Mangel an Blutplättchen (behebbar meist nur durch Transfusionen), verursacht keine Müdigkeit; Leukopenie = Mangel an weißen Blutkörperchen kann auch Müdigkeit auslösen (betrifft fast nur Patienten, die sich einer Hochdosistherapie unterziehen), Thrombozytenmangel allein bewirkt keine Müdigkeit.
Blutarmut liegt vor bei
- 20 % der Patienten, die sich einer Strahlentherapie unterziehen
- 42 % der Patienten, die sich einer kombinierten Strahlen- Chemotherapie unterziehen
- bei bestimmten Chemotherapien 50 % (Myelompatienten)
Es gibt einen Zusammenhang zwischen Allgemeinzustand und Blutarmut: schlechter Allgemeinzustand – schwere Blutarmut (Hb-Wert <8) sehr häufig (33 %). Es ist nicht nur so, dass Blutarmut Fatigue bedingt, auch durch Fatigue kann es zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands und Absinken der Zahl der roten Blutkörperchen kommen – gegenseitige Wechselwirkung.
