Erfahrungsberichte von Patienten

Berichte von Patienten und Angehörigen zu Therapie, Behandlung und dem Leben mit der Diagnose Multiples Myelom.

Erfahrungsberichte

Die wichtigsten Plasmozytom-Patienten und Angehörigenfragen

Fragen Jörg Brosig
Leiter der Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V.
Obfrau-Stellvertreter Myelom Hilfe Österreich
Antworten Prof. Dr. H. Einsele
Medizinische Klinik und Poliklinik II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Allogene Transplantation

Wird die allogene Transplantation beim MM noch als experimentelle Therapiestrategie gewertet oder kann man von einer bewährten Therapie sprechen?

Die allogene Transplantation beim MM stellt eine etablierte Therapie beim Multiplen Myelom dar. Sie ist sehr wahrscheinlich die einzige Therapieform die eine echte Heilungschance eröffnet. Ich selbst betreue mehrere Patienten, z. T. 10 Jahre nach allogener Stammzelltransplantation, die weiterhin in kompletter Remission sind und eine sehr gute Lebensqualität besitzen.

Wie hoch liegen die Heilungschancen bei allogener Stammzelltransplantation?

Abhängig vom Ausgangsstadium und dem Ansprechen auf die vorgeschaltete Chemotherapie zwischen 30 und 40 %.

Welche MM-Patienten sollten diese Therapiestrategie in Anspruch nehmen?

Vor allem jüngere Patienten (= 60 Jahre)

Warum ist ein Familienspender vorzuziehen?

Dass ein Familienspender vorzuziehen ist, ist derzeit nicht sicher. Einige Daten weisen auch darauf hin, dass eine Stammzelltransplantation vom unverwandten Spender ebenso erfolgreich wie eine vom Familienspender ist.

Was ist der Unterschied zwischen einer „alten“ und einer Mini- und einer Mikroallogenen Transplantation?

Die Intensität der Vorbehandlung. Durch eine weniger intensive Vorbehandlung können Schleimhautschädigung und Schweregrad des Abfalls der weißen Blutkörperchen nach allogener Stammzelltransplantation vermindert werden.

Welche Gefahren sind bei eine allogenen Transplantation am größten?

Infektion und die Transplantat-Gegen-Wirts-Reaktion.

Was kann man gegen diese Gefahren tun?

Infektionen durch Einnahme der prophylaktischen Medikamente reduzieren, Kontakt mit infizierten anderen Personen vermeiden und die Medikamente, die die Transplantat- Gegen-Wirts-Reaktion verhindern sollen, sorgfältig einnehmen.